KFZ-Betrieb versichern: Warum die Handel- und Handwerk-Deckung unverzichtbar ist


Kfz-Werkstatt, Autohaus oder Fahrzeughandel: viele Betriebe gehen davon aus, mit einer klassischen Betriebshaftpflichtversicherung ausreichend abgesichert zu sein.

In der Praxis zeigt sich jedoch:
Gerade bei Tätigkeiten rund um Fahrzeuge entstehen Risiken, die über eine reine Betriebshaftpflicht hinausgehen.

Ohne ergänzende Absicherung können im Schadenfall erhebliche finanzielle Lücken entstehen.

Warum die Betriebshaftpflicht allein nicht ausreicht

Gerade im Kfz-Bereich gibt es eine entscheidende Einschränkung:
Viele Versicherungsbedingungen enthalten die sogenannte Benzinklausel.

Das bedeutet:

Schäden, die im Zusammenhang mit dem Gebrauch zulassungspflichtiger Kraftfahrzeuge entstehen, sind in der Regel ausgeschlossen. Konkret bedeutet das: Alles, was mit der aktiven Nutzung eines Fahrzeugs zu tun hat, das eine offizielle Zulassung benötigt, ist nicht über die Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) abgedeckt. Für Kfz-Betriebe ist das besonders relevant, da:

  • Fahrzeuge täglich bewegt werden 
  • Probefahrten durchgeführt werden 
  • Reparaturen direkt am Fahrzeug stattfinden 
  • Kundenfahrzeuge im Betrieb genutzt werden 

Hinzu kommt:
Auch Schäden an Fahrzeugen, die sich in der Obhut des Betriebs befinden, sind häufig nicht vollständig über die BHV abgedeckt.

Zusatzdeckung: Absicherung für Tätigkeiten am Fahrzeug

Um diese Lücke zu schließen, bieten viele Versicherer ergänzende Bausteine für sogenannte Tätigkeitsschäden an.

Diese greifen typischerweise bei:

  • Reparaturen 
  • Wartungsarbeiten 
  • Serviceleistungen am Fahrzeug 

Ein Beispiel:
Ein fehlerhafter Ölwechsel führt zu einem Motorschaden.

Solche Schäden können über entsprechende Zusatzbausteine berücksichtigt werden – allerdings meist nur bis zu einer festgelegten Obergrenze.

Wichtig zu wissen

Die Entschädigungsgrenzen pro Fahrzeug sind oft begrenzt, beispielsweise:

  • im fünfstelligen Bereich bei älteren Verträgen 
  • oder um ca. 100.000 € bei neueren Tarifen 

Gerade bei hochwertigen Fahrzeugen kann das schnell zu einer erheblichen Deckungslücke führen.

Handel- und Handwerk-Deckung: Der entscheidende Baustein

Viele Risiken bleiben selbst mit Zusatzdeckungen weiterhin unberücksichtigt.

Hier kommt die sogenannte Handel- und Handwerk-Deckung ins Spiel.

Sie funktioniert vereinfacht wie eine betriebliche Kfz-Versicherung für fremde Fahrzeuge im Unternehmenskontext.

Je nach Ausgestaltung können folgende Bereiche eine Rolle spielen:

  • Haftpflichtschutz 
  • Teilkasko (z. B. Diebstahl, Hagel) 
  • Vollkasko (z. B. selbstverschuldete Schäden) 

Damit werden Fahrzeuge abgesichert, die sich im Rahmen des Betriebs im Einflussbereich des Unternehmens befinden – etwa Kunden- oder Handelsfahrzeuge.

Typische Schadenssituationen im Kfz-Betrieb

Im Alltag entstehen schnell Situationen, die ohne passende Absicherung kritisch werden können:

  • Unfall bei einer Probefahrt mit einem Kundenfahrzeug 
  • Hagelschaden an einem abgestellten Fahrzeug auf dem Betriebsgelände 
  • Diebstahl eines Kundenfahrzeugs über Nacht 
  • Rangierschäden auf dem Hof 
  • Beschädigung eines Fahrzeugs durch Bedienfehler (z. B. Hebebühne) 

Diese Szenarien gehören zum betrieblichen Alltag und sind ohne passende Deckung nicht automatisch abgesichert.

Warum gerade ältere Verträge Risiken bergen

Ein häufiger Schwachpunkt in der Praxis:

Viele Kfz-Betriebe verlassen sich auf ältere Versicherungsverträge, deren Deckungssummen und Bedingungen nicht mehr zum heutigen Fahrzeugwert passen.

Durch:

  • steigende Fahrzeugpreise 
  • hohen Werterhalt moderner Fahrzeuge 
  • zunehmende Technisierung 

können bereits mittlere Schäden erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

Fazit: Kfz-Betriebe brauchen ein abgestimmtes Versicherungskonzept

Für Kfz-Betriebe reicht eine einzelne Versicherung in der Regel nicht aus.

Erst das Zusammenspiel mehrerer Bausteine bildet eine tragfähige Grundlage:

  • Betriebshaftpflichtversicherung 
  • Absicherung von Tätigkeitsschäden 
  • Handel- und Handwerk-Deckung 

Nur so lassen sich die vielfältigen Risiken im täglichen Umgang mit Fahrzeugen sinnvoll einordnen.

Wer hier ausschließlich auf eine Standardlösung setzt, läuft Gefahr, im Schadenfall mit erheblichen Deckungslücken konfrontiert zu werden.

Abschließend ist festzuhalten, dass speziell z.b. für Autohäuser entwickelte, individuell anpassbare Policen die genannten Risiken gebündelt absichern und durch regelmäßige Aktualisierungen – etwa im Rahmen einer jährlichen Meldungdauerhaft auf dem aktuellen Stand gehalten werden.

👉 Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie persönlich, ungebunden und vorausschauend.



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